Lightroom auf dem NAS auslagern

Immer mehr Lightroom-Nutzer müssen die lokalen Daten auslagern, da das Notebook oder der PC nicht mehr alle Daten auf der internen SSD oder Festplatte verarbeiten kann. Einige tausend RAW-Bilder und ein paar Videos und schon sind hunderte Gigabyte belegt. Dann macht man sich an die Arbeit: Welche Daten können wie ausgelagert werden? Das ist die große Frage, da Lightroom nicht vollkommen simpel aufgebaut ist und sich vielmehr in einige Puzzleteile aufgliedert. Daher möchte ich gerne in diesem Artikel beschreiben, welche Daten ich wo speichere. Dabei ist es egal, ob eine externe Festplatte, ein NAS oder auch z.B. eine Time Capsule verwendet wird.

Ich habe mich bereits in einigen Beiträgen damit beschäftigt, wie Lightroom im groben strukturiert ist und wie ich meine Daten sichere. Dazu möchte ich auf die bisherigen Artikel verweisen:

Wichtig ist aber eigentlich nur zu wissen, dass Lightroom die Bilder vollständig verwaltet und man in den Ordnerstrukturen, in dem sich die Bilddateien befinden, nichts mehr zu suchen hat. Man sollte alle Dateien und Ordner nur noch in Lightroom verwalten und organisieren.

Außerdem ist Lightroom in mehrere Teile gegliedert. Es gibt das Programm als solches, die Ordner mit den Bildern, diverse Cache-Dateien und Einstellungsordner und natürlich die Lightroom Datenbank.

Welche Daten sollten wo gelagert werden?

Ganz kurz möchte ich noch erklären, warum man einige Daten auslagern sollte und einige nicht. Benutzt man ein NAS oder eine nicht besonders schnelle externe Festplatte, so haben Caches – also zwischengelagerte Daten – nichts auf diesen Medien verloren. Lightroom würde dadurch stark ausgebremst werden. Wer sich auskennt und eine schnelle SSD per Thunderbolt oder USB 3.0 an seinen Rechner hängt, könnte Caches auch dort lagern, insofern die Daten bei jedem Lightroomstart auch vorhanden sind. Das ist aber bei den wenigsten der Fall. Also: Alle Caches auf dem lokalen Rechner lassen. Das betrifft die „Lightroom Catalog Previews.lrdata“ die sich normalerweise im Katalog-Ordner befindet, als auch die Camera-RAW-Cache und den Video-Cache.

Auch der Lightroom-Katalog, der quasi eine Datenbank ist, will sehr schnell verfügbar sein. In der Datei „Lightroom 5 Catalog.lrcat“ lagern viele Einstellungen, alle Bildbearbeitungen und Dateizuordnungen. Neben den Bilddateien ist dies somit die wichtigste Datei und sollte am besten lokal auf einer SSD gelagert werden.

Anders sieht es Backups dieser Datenbank aus. In Lightroom kann man unter den Katalogeinstellungen in der Kartei allgemein unter Sicherung einen Intervall für regelmäßig Sicherungen auswählen. Wählt man hier „Beim nächsten Beenden von Lightroom“ aus und beendet Lightroom, dann kann man hier den Sicherungsordner für ein Katalogbackup auswählen. Als Ziel kann man hier hervorragend einen NAS oder eine externe HDD benutzen. Somit hat man schon mal diesen oft riesigen Datenwust dauerhaft ausgelagert.

Und dann gibt es natürlich noch die Bilder und ggf. Videos, die meistens mehr als 95% des Speichers auffressen. Diese sollten natürlich ausgelagert werden. Durch die ganzen oben genannten Cache-Methoden von Lightroom wird häufig sogar zunächst der Cache abgefragt und dann erst die extern gelagerte Bilddatei. Dadurch hat man nur selten Geschwindigkeitseinbußen. Am einfachsten kann man diese Daten auslagern, indem man in der Lightroom Bibliothek in dem linken „Ordner“-Menü auf das Pluszeichen klickt und dann auf „Ordner hinzufügen“. Hier wählt man einen Ordner auf dem NAS oder der externen Festplatte aus oder legt einen neuen Ordner an, z.B. „Lightroom Importe“. Dann zieht man einfach die bisherigen Daten von dem lokalen Laufwerk auf des externe Medium. Lightroom kopiert dann die Daten selbständig und verliert natürlich keine Dateizuordnungen. Trotzdem sollte man ggf. vorher ein Backup von allen Daten machen.

Zusammengefasst

Zusammengefasst ist festzustellen, dann man bis auf die Bilder und die Katalogbackups alle Daten dort belassen sollte, wo sie sind. Da grundsätzlich alle Caches redundante Daten sind, kann auch man auch bei zu wenig lokalen Speicher einfach die „Lightroom Catalog Previews.lrdata“ löschen, die alle gerenderten Vorschauen enthält und schnell sehr groß werden kann. Lightroom arbeitet so noch immer sehr schnell und das Gro an Daten wurde so effizient ausgelagert.

Wenn man übrigens unterwegs Bilder bearbeiten oder auswerten will, kann man seit Lightroom 5 auch Smart-Vorschauen erstellen. Dabei wählt man den Ordner oder die Bilder aus und wählt dann über das Menü „Bibliothek“ – „Vorschauen“ – „Smart-Vorschauen erstellen“ aus. Diese Daten verbrauchen dann nur einen Bruchteil an Speicher der RAW-Daten.

Warum nicht alle Daten auslagern?

Zum einen kann Lightroom mit empfindlichen Fehlern auf nicht vorhandene Daten und Ordner reagieren – zumindest wenn ein Cache fehlt. Außerdem ist die genannte Methode ein guter Kompromiss aus Geschwindigkeit und Datensicherheit. Fehlen Lightroom einmal die Bilderdaten oder der Backupordner für den Katalog, würde das Programm damit routiniert umgehen und die Fehler bemerken und anzeigen – ohne Datenverlust.

Zudem sind insbesondere Netzwerkspeicher nicht für Cache-Daten ausgelegt. Eine Anfrage über LAN oder noch schlimmer übers WLAN dauert hier einfach viel länger und benötigt mehr Zeit. Gerade bei den vielen kleinen Datenbruchstücken im Cache kann es zu starken Verzögerungen in Lightroom kommen.

Ich habe ein MacBook mit einer 256GB SSD und komme so mit unzähligen Videos und über 40.000 Bilder in meinem aktuellen Katalog ganz gut über die Runden. Am meisten Speicher verbraucht noch immer die lokale „Lightroom Catalog Previews.lrdata“-Datei, die ich aber im Zweifel einfach lösche.

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